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Gut zu Wissen · Aufnahmetest

Wie schwer ist der Aufnahmetest wirklich?

Der Aufnahmetest am Studienkolleg ist vor allem deshalb schwer, weil er eine Auswahlprüfung ist: Es gibt deutlich mehr Bewerber als Plätze, und die Plätze werden über eine Rangliste nach dem Testergebnis vergeben. Bestehen allein reicht deshalb oft nicht, du brauchst ein Ergebnis, das dich weit genug nach oben bringt. Offizielle Bestehensquoten veröffentlicht kein Studienkolleg.

  • Ranglistedie Besten bekommen die Plätze
  • 1.300 Bewerberfür einen Jahrgang in Hannover (2019)
  • B2 statt B1was real erwartet wird
  • Keine Quotenkein Kolleg veröffentlicht Zahlen
Die ehrliche Antwort

Schwer heißt hier vor allem: Konkurrenz

Die Aufgaben selbst sind kein Hexenwerk, sie liegen auf gehobenem Schulniveau. Was den Test schwer macht, ist seine Funktion: Er sortiert. Die Studienkollegs sagen das ganz offen:

Da wir weitaus mehr Bewerber haben, als wir Plätze anbieten können, dient der Aufnahmetest der Erstellung einer Rangliste.
Studienkolleg der FU Berlin, Bewerbungsseite

Kein Anspruch auf einen Platz

Die Studienkollegsordnung der TU Berlin sagt es wörtlich: Übersteigt die Bewerberzahl die Plätze, entscheidet eine Rangliste nach dem Testergebnis, ein Anspruch auf Aufnahme besteht nicht. Köthen formuliert es einfacher: Wir nehmen die Besten auf.

Die Konkurrenz ist real

Das Niedersächsische Studienkolleg in Hannover wählte seinen Jahrgang 2019 aus rund 1.300 Bewerbern per Aufnahmetest aus, bei damals gut 400 Plätzen. Aktuellere Zahlen veröffentlicht kaum ein Kolleg, das Verhältnis spricht trotzdem für sich.

Niemand nennt dir eine Quote

Wir haben die offiziellen Seiten von 14 staatlichen Studienkollegs geprüft: Kein einziges veröffentlicht Bestehens- oder Durchfallquoten. Deine Chance hängt nicht von einer festen Grenze ab, sondern davon, wie gut du im Vergleich zu den anderen abschneidest.

Schon durchgefallen oder trotz Bestehens leer ausgegangen? Hier ist dein Plan B.

Die Anforderungen

Was der Test wirklich verlangt

Deutsch: formal B1, real B2

Einige Kollegs lassen dich schon mit B1-Zertifikat zum Test zu, etwa Hannover oder Frankfurt. Aber Frankfurt schreibt selbst: Erfahrungsgemäß braucht man mindestens B2 für eine realistische Chance. Die FU Berlin rät sogar zu C1. Geprüft wird fast überall der C-Test, oft ergänzt um Grammatik oder eine Schreibaufgabe.

So funktioniert der C-Test

Mathematik: Schulstoff, aber ohne Taschenrechner

Für T-, W- und M-Kurse kommt meist ein Mathetest dazu: Gleichungen, Funktionen, Bruch- und Prozentrechnung, unter Zeitdruck und ohne Taschenrechner. Das klingt machbar, kippt aber viele Bewerber, die den Stoff seit Jahren nicht mehr aktiv gerechnet haben.

Mathe für den Aufnahmetest

Feste Punktgrenzen? Meist geheim

Nur München veröffentlicht Grenzen: im Mathetest mindestens 30 Prozent im Multiple-Choice-Teil und 40 Prozent insgesamt, im Deutschtest über 25 Prozent auf dem zweiten Aufgabenblatt. Die 50-Prozent-Regel, die auf vielen Portalen kursiert, ist offiziell nirgends bestätigt. Und selbst wer die Grenze schafft, konkurriert danach über die Rangliste.

Der Haken

„Wie schwer?“ hängt von deinem Studienkolleg ab

Es gibt nicht den einen Aufnahmetest. Format, Fächer und Dauer unterscheiden sich deutlich, sechs Beispiele:

Hamburg
gar kein Aufnahmetest, Punktesystem nach Zeugnisnote und Deutschkenntnissen
Marburg (Mittelhessen)
Online-Test, nur Deutsch als Multiple Choice, ausdrücklich ohne Mathematik
Frankfurt
ausschließlich ein elektronischer C-Test, keine Befreiung möglich, selbst mit DSH-2
Hannover
C-Test für alle, im M-Kurs zusätzlich Biologie, Chemie und Mathematik
Nordhausen
30 Minuten Deutsch, dazu nur 15 Minuten Mathematik am Computer
München
Deutsch auf Niveau B1+/B2 und Mathematik, mit veröffentlichten Mindestgrenzen

Die Konsequenz: übe für deinen Test, nicht für irgendeinen

Wer mit allgemeinem Material lernt, bereitet sich auf einen Test vor, den es so nicht gibt. Miss zuerst kostenlos dein Niveau, und übe dann im Format und auf dem Niveau deines Studienkollegs, mit studienkollegspezifischen Aufgaben und Musterprüfungen.

Direkt zu den Standort-Ratgebern: Hannover · München · TU Berlin · FU Berlin · Frankfurt · Leipzig

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Schwierigkeit

Wie viele bestehen den Aufnahmetest am Studienkolleg?
Offizielle Bestehensquoten veröffentlicht kein staatliches Studienkolleg, das haben wir für 14 Kollegs geprüft. Bekannt ist nur das Prinzip: Es gibt deutlich mehr Bewerber als Plätze, und vergeben wird über eine Rangliste nach dem Testergebnis. In Hannover kamen 2019 rund 1.300 Bewerber auf gut 400 Plätze.
Reicht es, den Aufnahmetest zu bestehen?
Oft nicht. Wenn es mehr Bewerber als Plätze gibt, zählt dein Platz auf der Rangliste, nicht nur das Bestehen. Die TU Berlin hält in ihrer Ordnung ausdrücklich fest, dass kein Anspruch auf Aufnahme besteht. Je besser dein Ergebnis, desto sicherer dein Platz.
Welches Sprachniveau brauche ich für den Aufnahmetest?
Formal reicht an manchen Kollegs ein B1-Zertifikat für die Zulassung zum Test, zum Beispiel in Hannover oder Frankfurt. Real liegt die Messlatte höher: Frankfurt selbst nennt B2 als realistische Untergrenze, die FU Berlin empfiehlt C1, München prüft auf B1+/B2. Plane dein Deutsch also über das Minimum hinaus.
Gibt es eine feste Mindestpunktzahl?
Fast nie öffentlich. Nur München nennt konkrete Grenzen (im Mathetest mindestens 30 Prozent im Multiple-Choice-Teil und 40 Prozent insgesamt). Die verbreitete 50-Prozent-Regel stammt von Vorbereitungs-Portalen und ist offiziell nicht bestätigt. Verlass dich nicht auf eine Grenze, sondern auf ein möglichst gutes Ergebnis.
Ist der Aufnahmetest an jedem Studienkolleg gleich?
Nein. Hamburg testet gar nicht, Marburg nur Deutsch online, Frankfurt nur den C-Test, Hannover prüft im M-Kurs zusätzlich Biologie und Chemie. Format, Dauer und Fächer unterscheiden sich deutlich. Deshalb lohnt es sich, gezielt für dein Studienkolleg zu üben statt allgemein.
Was passiert, wenn ich den Aufnahmetest nicht bestehe?
Dann kannst du dich in der Regel zum nächsten Semester erneut bewerben, meist sind zwei bis drei Versuche erlaubt. Alles Weitere, von Wiederholungsregeln bis zur Visum-Frage, findest du in unserem Ratgeber „Aufnahmetest nicht bestanden: dein Plan B“.
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